- Fest der Kreuzerhöhung – 14. September:

Am 18. August feierte die Trierer Kirche eine ihrer bedeutendsten Heiligen – die Kaiserin Helena (* um 249 - + vermutlich 18.08.330). Sie kann gemeinsam mit ihrem Sohn, Kaiser Konstantin, als eine der Gründungsgestalten unseres Bistums angesehen werden. Sie wurde als Tochter eines Gastwirtes in dem bithynischen Städtchen Drepanon am Südostrand des Marmarameeres geboren, später lebte sie als Schankwirtin in der heute serbischen Stadt Niš, dem römischen Naissus, zu ihrer Zeit ein bedeutendes Militärlager.

Dort lernte sie Constantius Chlorus (* um 250 - + 306), kennen, mit dem sie im Konkubinat lebte und dem sie um 280 einen Sohn gebar, Konstantin (* um 280 - + 22.05.337), den späteren Kaiser. Als sich Constantius die Möglichkeit bot, zu kaiserlichen Würden aufzusteigen, verstieß er Helena und heiratete die Stieftochter des weströmischen Kaisers Maximian (* um 240 - + 310). Nach dem Tode seines Vaters Constantius 306 im englischen York erhob das dortige Heer Konstantin zu dessen Nachfolger. Dieser holte daraufhin seine Mutter an den Hof und erhob sie wohl um 324, nachdem er alleiniger Herrscher über das römische Reich geworden war, in den Stand einer Augusta.

Damit war seine Mutter zur Kaiserin geworden, und als solche übernahm sie trotz ihres hohen Alters wichtige Aufgaben im Reich. So bereiste sie als 75jährige Pilgerin und politische Vermittlerin das Heilige Land. Dabei besuchte sie auch die heiligen Orte und Stätten, an denen Jesus gelebt und gewirkt hatte, und forschte nach Reliquien aus dieser Zeit.

Der Überlieferung nach fand sie dabei unter anderen verehrungswürdigen Gegenständen den Heiligen Rock, den ungeteilten Leibrock Christi (Joh 19,23f / Mt 27,35), den sie später dem Trierer Bischof Agritius als Herrenreliquie schenkte. Der Überlieferung nach fand sie dabei auch 325/6 – in einer Zisterne – das Kreuz, an dem Jesus gestorben ist. In dem folgenden Jahrzehnt ließ ihr Sohn Konstantin über diesem Platz, an dem Jesus gestorben und begraben worden war, die Aufer-stehungskirche, heute Grabeskirche genannt, erbauen.

Ihre Weihe fand am 13. September 335 statt. Am folgenden Tag, dem 14. September, zeigte der Jerusalemer Bischof Makarios I. den versammelten Gläubigen erstmals das heilige Kreuz Christi, das ebenfalls in diesem Gotteshaus aufbewahrt wurde. Seitdem wird dieser Tag als Tag der Kreuzerhebung in der christlichen Kirche gefeiert.

Frank-Oliver Hahn, Pfr.

Hinweis: Dieser Tage erschien über die Trierer Heiligen folgendes Buch von Prof. Andreas Heinz, das ich gerne empfehle: „Das Trierer Heiligenbuch – Die Eigenfeiern der Trierischen Kirche“, Trier, 2020 – ISBN: 978-3-945768-09-9

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