Kirche kann wachsen! „Geht nicht – gibt’s nicht“ – LIVT Erlebnistag in Vallendar

„Ich hoffe, dass Sie am Ende des Tages mit der begründeten Hoffnung nach Hause fahren, dass Aufblühen, Wachstum und Frucht tragen möglich sind“. So begrüßte Dr. Georg Plank, der Leiter von „Pastoralinnovation“ die von nah und fern angereisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des LIVT Erlebnistages. Mit den pessimistischen Umfragen und Statistiken will er sich nicht abfinden. Wachstum ist möglich! Das ist die Überzeugung des gesamten Teams von Pastoralinnovation, welches den Tag – unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der WeG-Initiative „Glaube hat Zukunft“ Vallendar organisiert hat.

                            
                                                                                                              vlnr: G. Plank, Pfr. White, F. Mittl, B. Crook, D. Miller

Eingeladen waren Pfarrer Michael White, Daniel Miller und Brian Crook, USA, die in ihrer Gemeinde „Nativity“ in Baltimore einen erfolgreichen Neuanfang gewagt haben. Pfarrer White und Brian Crook erzählten mitreißend, wie sie anfangs in eine Falle getappt seien: Mit unzähligen Angeboten versuchten sie gegen die Krise in ihrer Pfarrei anzukämpfen: „Aber die Menschen verstanden sich als Konsumenten und je mehr wir anboten, desto mehr forderten sie und wir versuchten, sie zu bedienen. Wir haben einfach gemacht, bis wir nicht mehr konnten, statt uns nach dem „Warum“ zu fragen. Warum sind wir da, warum gibt es die Pfarrei?

Aus Konsumenten Jünger machen!
Menschen mit in die Nachfolge Jesu zu nehmen, die wieder für andere ausstrahlen. Das war für sie die entscheidende, richtungsweisende Antwort.

„Wir sind als Pfarrei nicht für die Menschen da, die schon da sind, sondern für die, die noch nicht da sind“. Veränderung beginnt mit einem Perspektivwechsel auf Kirchenferne, so der eindringliche Appell. Hier liegt das Potential für die Gemeinden wieder zu wachsen. Darüber hinaus konzentrierte man sich auf die Gottesdienste am Wochenende. „Schlechte Erfahrungen bei der Messe führen dazu, dass die Menschen glauben, dass die Kirche nichts Besseres zu bieten hat. Bei guten Erfahrungen kommen sie wieder“, so Pfr. White. Freundliche Atmosphäre, inspirierende Musik und durch die Predigt der christlichen Botschaft eine Bedeutung geben, seien hier der Schlüssel.  „Und das Wichtigste kommt dann: die Menschen in die Nachfolge Jesu führen, z.B. durch Kleingruppen, ehrenamtliches Engagement, Hinführen zu persönlichen Zeiten des Gebetes und letztendlich der Einladung, die Erfahrungen mit anderen zu teilen“, ergänzt Daniel Crook.

Daniel Miller machte am Beispiel von jungen Leuten deutlich, wie es auch heute möglich sei, ihnen zu vermitteln, dass man eine frohe Botschaft für sie habe. Aber das sei ihnen egal, solange sie nicht wüssten, dass sie UNS nicht egal sind. Es brauche das Gefühl dazuzugehören, sich FÜR etwas zu engagieren und FÜR etwas zu stehen.

Gemeinsam Veränderungen angehen
„Innovation ist ein Teamsport und es muss nicht zwingend etwas völlig Neues sein. Es ist auch Aufbau auf etwas, was schon da ist“ erläuterte Georg Plank am Nachmittag. Er machte Mut, im Besseren nicht den Feind des Guten zu sehen. Auf dem Guten ließe sich immer aufbauen. In verschiedenen Workshops konnte am Nachmittag vieles vertieft und ergänzt werden. So waren Fragen zur kraftvollen Verkündigung, zur Motivation Jugendlicher und Kinder, aber auch der caritativen und diakonischen Arbeit und der Musik Thema. Darüber hinaus – anhand der Zachäusgeschichte – auch die Frage, wie Jesus auf die Menschen zuging, sie zu Jüngern machte. „Es ist Vieles möglich. Sicher muss man schauen, wie Dinge hier in Deutschland umsetzbar sind. Aber die Veranstaltung hat uns Mut gemacht, Veränderungen anzugehen. Geht nicht, gibt’s nicht“, so die Resonanz einer Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung.
Andrea Windirsch;
Fotos: Sandra Hoffmann, Wolsfeld

Links: zu Pastoralinnovation: www.pastoralinnovation.at zu LIVT: www.livt.eu

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